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Elbparks

Im Südosten des Regionalparks...

befinden sich entlang der Elbe einige malerische, in ihrem Wesen sehr unterschiedliche Parklandschaften. Auch die Radroute „Elbroute“ des Regionalparks durchquert diesen interessanten Teil.

Elbpark Falkensteiner Ufer

Dass ein Spaziergang entlang der Elbe sehr erholsam sein kann, dürfte wohl niemand abstreiten. Aber dass man dabei auch noch etwas über Hamburgs Geschichte erfährt, war bisher sicher den wenigsten bekannt. Im Elbpark am Falkensteiner Ufer in Blankenese können Besucher nicht nur entspannt am Wasser sitzen und die Schiffe beobachten. Interessierte können sich auch über Hamburgs historische Wasserversorgung informieren. Nach seiner Sanierung beherbergt das hiesige Pumpenhaus Wohnungen und Ateliers. Im Jahr 2017 wurde der schöne Uferpark mit Unterstützung des Regionalparks Wedeler Au e.V. um eine Streuobstwiese und neu angelegte Wege entlang des Elbufers erweitert. Um die nahegelegenen ehemaligen Filterrückspülbecken für Flora und Fauna noch attraktiver zu machen, wurden sie im Jahr 2010 naturnah umgebaut. Das Ostbecken wurde zur Elbe hin geöffnet. Dadurch konnte eine sauerstoffreiche Wasserwechselzone entstehen, die zahlreichen Jungfischen und seltenen Pflanzenarten der Tideelbe einen Lebensraum bietet. Kröten, Frösche und Molche nutzen das geschlossene Westbecken nach wie vor als Laichgewässer. Ein Jahr nach dem Umbau der Absetzbecken entstand mit tatkräftiger Unterstützung der Stadt Hamburg und des Bezirks Altona direkt nebenan der Elbpark. Hier erfahren Besucher Wissenswertes zur Geschichte des ehemaligen Wasserwerkes.

Waldpark Falkenstein

Bei einer Wanderung durch den Waldpark Falkenstein mit seinen schönen alten Kiefern, Birken und zahlreichen Laubbaumarten kann man sich kaum vorstellen, dass diese Gegend einst unbewaldet war und lediglich kahlen Sand aufwies. Heute wird in dem Landschaftsschutzgebiet in Hamburg-Blankenese traditionelle Forstwirtschaft betrieben, um den typischen Charakter dieses Mischwaldes zu erhalten. An die Zeit davor erinnern aber noch immer die westlich gelegenen Hügel der Wittenbergener Heide, die ihren Namen „witten Berge" - „weiße Berge“ aufgrund des Sandes erhielten. Da der Park direkt am Geesthang liegt, bietet er wunderschöne Aussichten auf Elbe und das gegenüber liegende Ufer. Rund sieben Kilometer Wegenetz ziehen sich durch den hügeligen Waldpark, der einige größere Steigungen bereithält.

Römischer Garten

Die gut versteckte Parkanlage an der Elbe zählt zu den Perlen des Hamburger Westens. Zwischen 1880 und 1890 entstand ein erster Teil dieses idyllischen Ortes unter Anleitung des Bankiers Julius Richter, der auf seinen Italienreisen für den eigenen Garten inspiriert wurde. Bankier Moritz N. Warburg erweiterte den Garten und verpasste ihm seinen heutigen Charakter. Ein großzügiger Sandweg führt durch den Garten, der von zwei Treppen unterteilt wird. Gleich nach dem Betreten der Anlage verläuft rechts eine hohe Steinmauer. Dort führt eine prachtvolle Steintreppe auf eine von Hecken umsäumte Rasenfläche hinab.

In den 20er und 30er Jahren war der Garten beliebter Treffpunkt der Hamburger Gesellschaft. 1924 wurde hier das Heckentheater angelegt, das durch eine geschwungene Treppe mit dem oberhalb liegenden Rosengarten verbunden ist. Im Freilichttheater wurden Aufführungen gezeigt, auf der Terrasse speisten die geladenen Gäste oder tanzten zur Musik der Kapelle, die in der kleinen Nische spielte. 1951 machte Moritz N. Warburg den Park der Stadt Hamburg zum Geschenk. Die Tradition der Theateraufführung an diesem schönen Ort führt in den Sommermonaten das Hamburger Theater N.N. fort. Das Theater bietet Platz für etwa 200 Besucher. Der fulminante Ausblick über die Elbe eignet sich hervorragend als Kulisse der Inszenierungen.

Bismarckstein

Die Anlage am Fuß des Wasebergs ist dem Kaufmann und Mitbegründer der Holsten-Brauerei Julius Richter zu verdanken, der das Gelände 1890 erwarb. Als großer Bismarckverehrer wolle er dort ein Denkmal für den Reichskanzler errichten und begann, Geld dafür zu sammeln. Das Bismarckdenkmal wurde jedoch nicht realisiert, das Bismarck-Denkmal im Zentrum Hamburgs war schneller. 1910 kaufte die Gemeinde Blankenese den Besitz am Waseberg, seitdem ist der schöne Aussichtspunkt mit Blick auf die Elbe öffentlich zugänglich. Auf dem Bismarckstein wurde 1935 ein Denkmal für die im Ersten Weltkrieg Gefallenen der Marine errichtet, auf dem ein Zitat von Hans Leip zu lesen ist.

Schinckels Park

Die öffentliche Parkanlage mit der großen Wiese lässt sich auf direktem Weg über einen sehr steilen Pfad durchqueren. Alternativ verläuft seitlich ein etwas komfortabler Weg. Die Wiese ist umgeben von Waldflächen. Während es im Park zwischen Frühling und Herbst eher geruhsam zugeht, ist die Anlage im Winter traditioneller Treffpunkt zum „rüschen“. Dann wir der kleine Pfad über die steile Wiese zu einer Eispiste präpariert. Hier sollte man sich dann jedoch nicht mit normalen Schlitten hinunter wagen, sondern nur mit den traditionellen Blankeneser Kreeks, früher als Lastschlitten genutzt, die auch nur hier hergestellt werden. Dabei handelt es sich um sehr flache und robuste Schlitten, die besonders schwer und dadurch auch rasend schnell sind. Dieser jahrzehntelangen Tradition wird heutzutage vermutlich nur noch hier, auf der etwa 450 Meter langen Wiese in Schinckels Park nachgegangen.

Waldpark Marienhöhe mit Kiesgrube

Der Waldpark Marienhöhe zwischen den Stadtteilen Rissen und Iserbrook bietet sich ideal für ausgiebige Waldspaziergänge an. Durch das hügelige Gelände führt ein großer Rundweg, durch Mischwälder hindurch, vorbei an Lichtungen und Teichen. Und irgendwann stößt man auch auf das weiße Herrenhaus mitten im Wald. Der Hamburger Kaufmann Simon Heeren erwarb im Jahr 1871 ein ehemaliges Ziegeleigelände und nannte es „Gut Marienhöhe“. Auch wenn die Ziegelei bereits vor 140 Jahren abgerissen wurde, zeugen noch die Reste des alten Ziegeleiteichs von dieser Zeit. Die renaturierte Kiesgrube im Norden des Waldparks Marienhöhe ist gerade bei Familien ein beliebtes Ausflugsziel. Bis Anfang der 1960er Jahre wurde hier zunächst Kies abgebaut und später auch Transportbeton gefertigt. Durch die Renaturierung des Geländes um die „Rissener Kiesgrube“ entstand ein weitläufiger Spielplatz mit breitem Angebot: Spielburg mit Rutsche, diverse Schaukeln, Wippen sowie Balancier- und Klettergeräte, Bolzplatz, Tischtennisplatten, Felder für Beachvolleyball und Streetball sowie eine Skateanlage. Grillplätze mit vielen Picknicktischen runden das Naherholungsangebot ab. Ein Ausflug in den Waldpark Marienhöhe lohnt sich zu jeder Jahreszeit. Selbst im Winter ist er durch seine Rodelhänge bei den Kleinen sehr beliebt. Im Sommer kann ein Spaziergang mit einer Abkühlung im nahe und wunderschön gelegenen Freibad ausklingen. Auch Hundebesitzer schätzen den Park, da sich die Vierbeiner auf mehreren ausgewiesenen Hundeauslaufflächen austoben können.

Luuspark

Wie auch der angrenzende Sven-Simon-Park zeichnet sich der ehemals private Landhausgarten durch seinen naturbelassenen Charakter aus. Ein Teil des Luusparks gehört seit 2010 zum NSG Wittenbergener Heide/Elbwiesen. Dennoch ist der Park für Naherholungssuchende frei zugänglich. Der Park bietet Mischwald, Wiesen sowie Heideflächen, aus denen einzelne Kiefern sowie mächtige Blutbuchen herausragen. Treppen und Anstiege führen in die höher gelegenen Bereiche des Parks, die atemberaubenden Ausblicke bieten, die über die Elbe bis in die die südlicheren Harburger Berge reichen. Zum besseren Genießen dieses Panormas laden mehrere Bänke ein.

Sven-Simon-Park

Der Sven-Simon-Park ist ebenfalls ein ehemaliger Landhausgarten und benannt nach dem Sohn des Verlegers Axel Springer. Die weitläufige Anlage wurde in den 1950ern vom Hamburger Gartengestalter Gustav Lüttge entworfen. Neben schönen Natursteinmauern und Staudenbeeten sind die landschaftlichen Sichtachsen, teilweise bis hinunter zu Elbe, besonders beeindruckend. So laden weitläufige Rasenflächen und Sitzplätze unter altem Baumbestand zum Verweilen ein. Eine Besonderheit des Parks ist das ehemalige Landhaus Michaelsen. Die beeindruckende weiße Klinkervilla wurde zwischen 1923 und 1925 nach den Plänen des bedeutenden Hamburger Architekten Karl Schneider und gilt als Pionierbau moderner Architektur in Deutschland. In den 1970ern verfiel das kubistische Bauwerk zunehmend, ehe es schließlich 1985 saniert wurde. Seitdem beherbergt es das „Puppenmuseum Falkenstein“, eine Privatsammlung von etwa 300 Puppen.