Wittenbergen

Die Binnendünen am oberen Elbhang bieten zur Heideblüte ein prächtiges Bild. Eindrucksvoll sind die Kratteichen des Naturschutzgebiets. Ihr knorriger Wuchs entstand durch regelmäßige Brennholzgewinnung. Die vorgelagerte Elbwiese wird regelmäßig überflutet und beherbergt das größte Vorkommen von Schachblumen in Hamburg.

Dünen und Kliff

Die Schmelzwasser der letzten Eiszeit (Weichsel-Eiszeit) formten den steilen Geesthang an der Elbe. Bis zur Uferbefestigung vor rund 100 Jahren blieb er Wind und Wasser ausgesetzt. Abgerutschter Boden in der Höhe des Leuchtturms Wittenbergen erinnert heute an das Kliff aus weißem Sand – die „Witten Berge“. Als das Klima vor 10.000 Jahren trockener wurde, blies Wind den Sand aus dem Elbtal zu flachen Dünen auf der Geest auf. Nach Rodung der meisten Wälder, entwickelten sich im 17. Jahrhundert großflächige Heiden auf den nährstoffarmen Sandböden im Nordwesten Hamburgs. Die Beweidung durch Schafe und der ständige Nährstoffentzug durch das Abstechen von Plaggen erhielten die Heidevegetation.

Schafweide und Holzgewinnung

Die Wittenbergener Heide, früher auch als Rissener Heide bekannt, wurde noch bis in das 20. Jahrhundert mit Schafen beweidet. Die Eichen beschnitt man regelmäßig zur Brennholzgewinnung. Nach dem 1. Weltkrieg setzte die Aufforstung mit Kiefern und Fichten ein. Die Heide ging immer weiter zurück. Im Jahr 1986 erklärte die Stadt Hamburg die Wittenbergener Heide und die am Elbufer liegende Überschwemmungswiese zum Naturschutzgebiet. 2008 wurde das Schutzgebiet auf insgesamt 67 ha erweitert.

Um die vorhandenen Heideflächen zu erhalten und besser miteinander zu verbinden, rodete das Bezirksamt Altona in den vergangenen Jahren Teile der Kiefernforste. Nach Abtrag der Humusschicht und Freilegung des Sandbodens, folgte die Aussaat von Heide. Die betreuenden Naturschutzverbände entfernen regelmäßig die neu aufkommenden Kiefern und Birken. Ein Teil der zurück geschnittenen Eichen soll wieder austreiben, um die typische Wuchsform der Kratteichen zu erhalten. Die Mühen zeigen erste Erfolge. Die Heideblüte im Spätsommer kann sich sehen lassen. Heideflächen sind als Reste historischer Kulturlandschaften heute selten geworden. Sie zu erhalten, dient neben dem Schutz seltener Tier- und Pflanzenarten, auch der siedlungsnahen Erholung.

Schachblumen in Hamburg

Die am Elbufer liegende Überflutungswiese muss regelmäßig gemäht werden. Sonst droht das vitale Schilf, die kleinwüchsige Schachblume zu verdrängen. Im Frühjahr 2010 zählte der NABU noch gut 200 Exemplare der in Hamburg vom Aussterben bedrohten Art. Damit beherbergt die Wiese den größte Schachblumebestand der Hansestadt. Schachblumen waren früher auf den Elbwiesen weit verbreitet und wurden in großen Sträußen auf den Märkten verkauft.


Pflege und Informationen:
Zuständig für die Pflege ist das Fachamt Management des öffentlichen Raums im Bezirksamt Altona.
Telefon: 040 - 428280
MR@altona.hamburg.de

Unterstützung erhält der Bezirk durch den NABU Gruppe-West und die Gesellschaft für ökologische Planung e.V. (GÖP)