Holmer Sandberge

Sie bilden das größte Binnendünengebiet Schleswig-Holsteins. Bis vor 100 Jahren prägten offene Sandflächen und Heiden das Landschaftsbild, dann begann die Aufforstung mit Kiefern. Ab 2005 legte die Gemeinde Holm mehr als 15 Hektar Dünenfläche wieder frei. Einzigartige Lebensräume sind wieder erlebbar.

Kampf gegen Flugsand

Nach Ende der letzten Eiszeit (Weichsel-Eiszeit) vor etwa 10.000 Jahren blies der Wind Sand aus dem Elbtal parallel zum Fluss auf. Im Westen Hamburgs entstanden Dünen bei Holm und Wittenbergen. Im Osten Hamburgs sind die Boberger Düne und die Besenhorster Sandberge bei Geesthacht erdgeschichtliche Zeugen dieser Zeit. Die Bewirtschaftung der Holmer Sandberge war nahezu unmöglich und die Bauern der Umgebung litten unter dem Flugsand auf Ihren Äckern. Wenige verkrüppelte Eichen und Reste des zur Dünenbefestigung gepflanzten Strandhafers zeugen von der fehlgeschlagenen Nutzbarmachung. Nach dem 1. Weltkrieg begann die systematische Aufforstung mit Kiefern. 1955 erklärte man das Gebiet zum Landschaftsschutzgebiet Schutzkategorie, die dem Schutz des landschaftlichen Erscheinungsbildes dient. Auflagen und Nutzungseinschränkungen sind im Vergleich zu Naturschutzgebieten geringer.. 1966 pachtete die Stadt Hamburg die Holmer Sandberge für einige Jahre als Naherholungsgebiet. Heute unterliegen die Holmer Sandberge sowohl als Geotop Schutzwürdige Gebiete mit besonderer erdgeschichtliche Bedeutung, Seltenheit, Eigenart oder Schönheit. als auch seit 2004 als FFH-Schutzgebiet Europäische Schutzgebiete, die nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie ausgewiesen wurden und dem Schutz von Pflanzen (Flora), Tieren (Fauna) und Lebensraumtypen (Habitaten) dienen. einem besonderen Schutz.

Offene Dünen unter Pflege

Ab 2005 rodete die Gemeinde Holm mit Unterstützung des Kieler Ministeriums mit erheblichem Aufwand 15 ha Kiefernwald und vergrößerte damit die immer stärker beschatteten Heideflächen. Der Sand wurde durch Abtrag der Humusschicht freigelegt. Großflächige offene Sanddünen bilden mit Bauminseln aus bizarr wachsenden Kiefern wieder ein einzigartiges Landschaftsbild. Heide und Trockenrasen breiten sich aus und seltene Tier- und Pflanzenarten finden wieder Lebensräume. Als Ausgleich für die gerodeten Waldflächen pflanzte man im Süden des Gebietes auf ehemaligen Baumschulflächen Laubgehölze, die sich langfristig zum Mischwald entwickeln. Um die offenen Dünen zu erhalten, müssen die hier aufwachsenden Gehölze regelmäßig herausgezogen oder abgeschnittenen werden. Das nennt man Entkusseln Der aus der Landschaftspflege stammende Begriff beschreibt das Entfernen junger Gehölze durch Ausreißen oder mit Hilfe von Spaten und Motorsäge.. Auch eine Herde südafrikanischer Burenziegen hilft bei der Landschaftspflege regelmäßig aus. Eine Gefährdung der umgebenden Äcker und Wiesen geht durch den Dünensand heute nicht aus. Die offenen Sandflächen sind vergleichsweise klein. Die umgebenden Bäume bieten ausreichenden Windschutz.

Pflege und Informationen:
Untere Naturschutzbehörde des Kreises Pinneberg, Fachdienst Umwelt
Ansprechpartner: Andreas Hoffmann, Telefon 04121 - 45022267, E-mail: a.hoffmann@kreis-pinneberg.de

Das Gebiet wird vom Landesjagdverband Schleswig-Holstein betreut.